Wushu Akademie Schweiz
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Frühlingsseminar 2016 mit Lehrer Yu Ji Yuan

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Hier sehen wir die Jüngsten (ca. 7 bis 9 Jahre alt), welche täglich 90 Minuten trainierten. Wir waren mit Michi, Sandro und mir gleich drei Trainer, welche diese Gruppe betreuten, so dass wir sie im 2. Teil stufengerecht einteilen konnten. Die Kinder sieht man hier bei grundlegenden Stellungsübungen, was im Wushu in der Grundschule für Kinder das A und O ist.
Auch so ein Teil, welches letztlich einfach immer wieder geübt werden muss: Die Standwaage, welche das Gleichgewicht und gleichzeitig eine Kräftigungsübung für den unteren Rücken und das Gesäss ist.
Eigentlich sollte man bei dieser Übung nicht in die Kamera schauen, aber wenn Henrique (im Bild ganz rechts) dereinst im Wettkampf SO dreinschaut, dann kommt das gut mit der B-Note (die B-Note ist die «Ausdrucksnote»).
Das ist die Gruppe der WettkämpferInnen, welche täglich vier Stunden trainierte. Darin mit eingeschlossen waren auch die verschiedenen Talentgruppen, welche im 2. Teil des Trainings separat unterrichtet worden sind. Mir gefielen auf diesem Bild unabhängig von der Ausführung die vielen Hände und Beine in der Luft.
Lars war die Ausnahme: Er macht keine Wettkämpfe, wurde aber trotzdem in diese Gruppe eingeteilt, weil es vom Programm her für ihn so am besten passte. Er hat sich die ganze Woche wacker geschlagen.
Hier im Bild sehen wir Corina im Pubu, welcher von Gabriel (rechts) ganz genau beäugt wird.
Adham (nein, kein Schreibfehler!) und Alessia beim gemeinsamen Fliegen. Beide Kinder sind erst seit vergleichsweise kurzer Zeit bei uns und haben trotzdem jüngst bereits an den ersten Wettkämpfen teilgenommen.
Ein wichtiger Teil im Programm der WettkämpferInnen war eine tägliche Ration an Sprüngen, was bis zu 50 Minuten dauern konnte. Dabei war Xuanzi (landläufig Butterfly genannt) ein Schwerpunkt. Dieser Sprung ist vom Ablauf her sehr komplex, weshalb wir bereits früh mit dem Training dieses Sprunges beginnen. Er braucht oft Jahre bis er zur Blüte reift. Tim mag hier technisch noch keinen perfekten Sprung hinlegen, aber man sieht ihm an, wie sehr er alles gibt, was irgendwie typisch für diese Woche und die Trainierenden war. Was aber auch wichtig ist: Tim fliegt, d.h. er hebt ab, was zeigt, dass sein Anlauf schon sehr gut ist. Die Beine zu strecken wird nun nicht mehr so eine Sache sein.
Danach sieht der Sprung dann so aus wie bei Samara, die in letzter Zeit hier schöne Fortschritte gemacht hat. Bis ein Sprung so aussieht braucht es meist jahrelanges Training.
Hier geht es mir weniger um Samara, auch wenn der Xuanzi erneut nicht schlecht gelang, aber man werfe mal ein Auge auf Michi im Hintergrund: Wir wissen ja, dass kein Trainer nach aussen sichtbar an einem Wettkampf dermassen mitfiebert wie er. Aber dass er auch im Training mitfiebert, wussten vielleicht nicht alle. Michi ist seit 1987 mit Herz und Seele dabei. Ich kenne ihn nicht anders und das wird sich zum Glück auch nicht mehr ändern, bis wir dann eines Tages gemeinsam in den Ruhestand gehen.;-)
Diese Gruppe von Mädchen (Sophia, Jessica und Nina sowie Samara, nicht im Bild) erhielt von Lehrer Yu jeden Tag Spezialunterricht von bis zu 90 Minuten im Speer. Lehrer Yu war früher chinesischer Meister im Speer und ist heute noch ein aussergewöhnlicher Ausbilder an dieser Waffe. Für die Mädels war es wirklich streng, aber die Resultate am Ende der Woche entsprechend, auch, weil sie mit grossem Engagement trainiert haben.
In welche Richtung geht's?
Nach Abschluss des technischen Teils gab es ab 18 Uhr in der letzten halben Stunde intensives Krafttraining mit Michi und Jehmsei.
Hier nochmals ein Eindruck von diesem täglichen Schlussakt.
Im Bild sehen wir Sheryl, als vorderste in einer Reihe, die gerade eine allen wohlbekannte Übung macht. Sheryl ist ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man intensiv Krafttraining macht (ihr Trainer Jehmsei hat dies in den letzten Monaten forciert). In ihren Formen sind diese Fortschritte deutlich sichtbar z.B. in Sachen Geschwindigkeit. Wushu braucht einfach gewisse physische Grundlagen, ohne die gewisse Bewegungen nie möglich werden bzw. nicht in der geforderten Qualität.
Am Abend trainierte, wie in den letzten Jahren nun regelmässig, eine Gruppe Jugendlicher und Erwachsener mit dem Sanjiegun (Dreigliederstock). Yu Laoshi hatte früher zu Wettkampfzeiten diese Waffe als seine traditionelle Form gewählt. Damals waren an einem Wettkampf traditionelle Formen noch Vorschrift. Was er damit immer noch kann, sehen wir jedes Jahr mit staunenden Augen. Dieser Lehrer ist ein Phänomen.
Wir trainierten in der Gruppe zunächst immer etwas Grundschule, um danach die ganze Form zu repetieren. Dann ging es in einen intensiven Teil mit einem Partnerkampf, den wir während der ganzen Woche intensiv übten. Auch dieser Partnerkampf war eine Spezialität Lehrer Yus zu seinen Wettkampfzeiten. Man spürte in all den Details immer wieder, wie gross seine Erfahrung in diesen Dingen ist.
Eine derjenigen Bewegungen, welche wir am Intensivsten geübt haben: Bei hua, bei der das Sanjiegun «freihändig» über den Rücken schwingt und dann über die linke Schulter nach vorne kommt. Hier perfekt demonstriert von Daniela, der einzigen KriegerIN in der Gruppe.
Das Schlussbild gehört nochmals Lehrer Yu, der hier das Sanjiegun zu beschwören scheint.