Wushu Akademie Schweiz
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Wushu Schweizer Meisterschaften 2017 in Oberentfelden - Wettkampf

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Sonntagmorgen früh: Die Halle ist bereit für die Wushu Schweizer Meisterschaft 2017!
Wir wollten Siegerehrungen ermöglichen, welche einer Schweizer Meisterschaft würdig sind: Das Resultat war diese »Siegerwand« mit dem von Thomas Rothenbühler, einem bei uns trainierenden Zimmermann, selber hergestellten Podest. Als Bürolist staune ich immer wieder, was man mit zwei geschickten Händen alles machen kann.
Wenn Mutter und Tochter sich gemeinsam engagieren: Hier entstehen die feinen Sandwiches, welche es den ganzen Tag über gab. Danke Babs und Heidi!
Das Kuchenbuffet ist hergerichtet. Der Erlös aus dem Kuchenverkauf wird ausschliesslich zur Unterstützung unserer JuniorInnen sowie derer, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, verwendet.
Derweil in der Aufwärmhalle die Tafeln für den Einmarsch der einzelnen Schulen von Michi Totzke und seinen HelferInnen bereits vorbereitet und in der richtigen Reihenfolge hingelegt worden sind.
Eine ganz besondere Erwähnung hat Fränzi verdient: Nicht nur, dass sie am Vorabend beim Einräumen mit dabei war und sich da vorwiegend um die Jury-Belange gekümmert hat. Nein, als sie die fusseligen Wettkampfteppiche sah, beschloss sie spontan, am nächsten Morgen noch einen Staubsauger mitzubringen. Fränzi, das ist mein »Like« an dich. Vielen Dank!
So langsam wird die Sache ernst: Einmarsch der Schulen! Unmittelbar danach begannen die Wettkämpfe.
Michelle startete mit einer Silbermedaille im Changquan: Schöner Xuanzi (butterfly).
In der Schweiz gibt es nur eine Athletin, die imstande ist, einen Xuanfengjiao 540°, also einen 540-Grad-Drehsprung in Mabu, zu stehen (europaweit sind es wenige). Wir sind stolz, mit Lisa diese Frau in unseren Reihen zu wissen. Hier sehen wir sie nach der ersten halben Drehung.
Unterwegs muss bei diesem Sprung auch noch die Hand gegen die Fusssohle geschlagen werden.
Eine ganze Drehung ist geschafft.
Lisa dreht wahnsinnig schnell...
...und schafft auch die Landung in Mabu. Bewertet wird von den C-Schiedsrichtern, ob dieses C-Teil genügend gedreht worden ist, der geschlagene Fuss sich mindestens auf Hüfthöhe befand und ob die Landung korrekt war (Landung gleichzeitig mit beiden Füssen, kein Schwanken, kein Abstützen etc.). Derweil bewerten die A-Schiedsrichter auch noch die Qualität des Mabu. Da muss dann also viel zusammen stimmen.
Bei Lisa war das so. Ihr gelang eine der besten Changquan-Formen ever. Endlich gab es auch bei den C-Teilen keine Abzüge und dort damit die Höchstnote von 2.0. Insgesamt erhielt sie die unglaublich hohe Note von 9.17! Und das nach einer Angina, welche sie seit mehr als 14 Tagen nicht mehr oder nur noch reduziert hat trainieren lassen.
Kein Wunder war sie erleichtert und musste das gleich mit ihren Eltern im Detail besprechen. Ein intimer Moment im gebührenden Abstand beobachtet.
Jan an seiner letzten Schweizer Meisterschaft als Junior: Wir alle hätten ihm eine Medaille von Herzen gegönnt. Im Changquan klappte es um 0.09 Punkte noch nicht.
Sein Bruder Liam holte dafür in dieser Kategorie, Changquan 1989, die Silbermedaille.
Mattia ebenfalls beim Changquan: Man kann in diesen Gesichtern so viel lesen.
Danach kamen die Juniorinnen dran: Samara verpasste dabei um 17 Hundertstel die erste Medaille. Die gewann sie dann dafür hochverdient im Speer und erst noch gleich Silber.
»Uff, müsst ihr mich gleich so belagern?« scheint Samara hier zu denken. Keine Bange, die beiden da wissen in aller Regel sehr genau, was ein Athlet/eine Athletin braucht, wenn es vom Teppich geht.
Alessia hat ein gutes erstes Jahr bei den Juniorinnen hinter sich. Im Changquan, hier ihr Xubu zum Ende der Form, reichte es noch nicht für eine Medaille. Aber in der 46er-Form holte sie sich mit 0.02 Punkten Vorsprung die Bronzemedaille.
Hinter diesen Händen versteckt sich das Gesicht einer »Kriegerin«: Nina! Sie schaffte nach einem schwierigen Jahr mit gesundheitlichen Problemen einen super Abschluss.
Nina holte in allen Kategorien, in denen sie teilnahm, eine Medaille: Im Changquan, ihrer zweiten Form vom Morgen, holte sie sich Bronze, nur 0.02 Punkte hinter Silber.
Sheryl ist seit Jahren DIE Dominatorin bei den JuniorInnen: Wie schon letztes Jahr holte sie in allen drei 1989er-Kategorien Gold. Warum das so ist, sieht man auch an solchen Bewegungen wie diesem Wai Bai Tui Qi Xiang.
Sheryl dynamisch unterwegs zu ihrer ersten von drei Goldmedaillen.
Sheryl, Changquan.
Lisa hatte schon am Morgen im Changquan brilliert. Im Schwert setzte sie sogar noch einen drauf.
Lisa beim Drehsprung mit Landung direkt im Spagat. Willi, langjähriger Schiedsrichter (danke Willi, für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit!), scheint so fasziniert wie wir alle andern.
Im Gegensatz zum weiter vorne vorgestellten Drehtritt, dreht der Tengkong Bailian nach rechts.
Kennen die Jungen eigentlich noch alle Muhammed Ali, den schwarzen Ausnahmeboxer? Er war berühmt für den »Ali-Shuffle«, eine spezielle Schrittkombination (googlen hilft). Das kam mir bei diesem Bild von Lisas Wushu-Tanz in den Sinn.
Wushu ist ein athletischer Sport geworden, aber bei allem ist Wushu auch sehr ästhetisch geblieben.
Alle, die wir diese Form gesehen hatten, wussten, dass wir etwas ganz Spezielles gesehen hatten...
9.21!!! Meiner Erinnerung nach die höchste Note im Wushu, die in der Schweiz je an eine Frau vergeben worden ist. Über den Sieger in dieser Kategorie gab es keine zwei Meinungen: Lisa holte an diesem Tag ihr zweites Gold!
Michelle mit ausdrucksstarkem Beginn mit dem Schwert.
Säbel und Pascal, das passt. Sein erstes Jahr in der Elite war ein sanfter Steigerungslauf, der im nächsten Jahr ruhig so weitergehen darf.
Manchmal stimmen Anspruch und Wirklichkeit einfach nicht überein. Bei Tim war das in diesem Jahr leider mehr als einmal der Fall. ABER: Wenn man dann das Jahr mit DER Form des Jahres beschliessen kann, dann gibt das viel Hoffnung fürs nächste Jahr. Ich wünsche Tim, dass er die Erinnerung an diese Stockform wie ein Leuchtfeuer ins nächste Jahr tragen wird.
Tim mit einer der vielen gelungenen und schönen Positionen im Stock: Gold mit 21 Hundertstel Vorsprung auf Platz 2.
Mathias, Michi, Gabriel, Charlie.
Gabriel mit einem herausragenden Mabu in seiner Stockform. Trotzdem: Für einmal musste er sich im Stock geschlagen geben: Silber hinter Tim.
Der Fokus verrutschte allenfalls nicht unabsichtlich: Was die beiden da hinten wohl gerade zu feixen hatten, während Gabriel vorne seinen Sprung in Mabu absolvierte?
Adham ist ja erst wenige Jahre dabei und an sich immer noch am Aufholen. Aber in einer Kategorie ist er bereits weit vorne: Präsenz! Es ist beeindruckend, was er in Sachen Ausdruck bereits auf den Teppich bringt.
Wenn Nina eine »Kriegerin« ist, dann ist Adham ein »Krieger«.
Michi holt zu Beginn einmal tief Luft. Herrlich! Er gewann insgesamt drei Medaillen, 1xGold und 2xBronze, allerdings ging er im Speer um 0.02 Punkte leer aus. Mit drei Medaillen lässt sich wohl einfacher damit umgehen.
Hier schliesst sich der Kreis vom Morgen: Jan holte in seiner letzten Kategorie endlich seine verdiente Medaille, Bronze mit 0.02 Punkten Vorsprung!
Der Abschluss der Wettkampfbilder gebührt Michelle: Zum einen für diesen tollen Moment. Wer die Form nicht kennt: Sie hat soeben ihren Speer hochgeworfen, muss einen Sprung machen und danach den Speer wieder fangen (weshalb der Blick beim Sprung immer auf den Speer gerichtet ist). Das ist ihr dann auch gelungen. Und zum andern für ihre Goldmedaille in dieser Kategorie!
Zum achten Mal in Folge: Beste Taolu-Schule der Schweiz (anlässlich der Übergabe des Pokals durch den Vizepräsidenten des Verbandes, Urs Krebs). Gefeiert hat derjenige Teil des Teams, der zu so später Stunde noch in der Halle war.
Unser erfolgreiches Wettkampfteam an der SM 2017: Es gewann total 31 Medaillen sowie den Pokal für die erfolgreichste Formenschule.