Wushu Akademie Schweiz
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1. QT von swisswushu in Bonstetten: Es gelang nicht alles, aber vieles eben doch!

Am 1. QT schaffte Lisa die "WM-Vornomination", gewann Benjamin überraschend Changquan 2012 und zeigte Pascal erneut, was für ein Wettkampftyp er ist!

Nicht alle kamen am Morgen rasch auf Touren, zumal der Start mit den Langwaffen erfolgte, was es nicht leichter machte. Aber Jan kam gut und dynamisch aus den Startlöchern.
Ich selber hatte am Sonntag auch etwas Mühe, bis ich die richtigen Einstellungen fand. Hier war die Blende zu wenig weit offen und damit die Belichtungszeit nur bei 1/200 Sekunde, was bei vielen Bewegungen nicht ausreicht. Dafür wird die Dynamik beim Speer von Samara schön sichtbar.
Sheryl hatte in ihren Kategorien für einmal ständig eine starke Russin vor der Nase. Aber sie spulte ihr Programm unbeeindruckt ab und lieferte einen gewohnt sehr guten Wettkampf ab.
Nochmals Sheryl, unterwegs zum 2. Platz mit dem Speer.
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diese Foto veröffentlichen soll und mich schliesslich dafür entschieden, auch weil ich darüber schreiben werde, WIE Nina mit diesem Tiefpunkt, in dem sie in der Speerform den Faden verlor und Hilfe beim Coach suchte, umging. Das können SO nicht alle AthletInnen, aber Nina ist eine Kämpferin, wie es sie nicht oft gibt (weiterlesen beim nächsten Bild).
Natürlich, die Note im Speer war im Eimer, weil der Abzug aufgrund des Vergessens der Form zu gross war. Sie aber zeigte danach nicht nur eine gute Speerform, sondern wuchs am Nachmittag mit dem Schwert wirklich über sich hinaus. Wenn man zudem weiss, dass sie sich seit einiger Zeit klaglos mit einer lästigen Zerrung herumplagt, ist das Ganze umso beeindruckender.
Auf diesem Bild sehen wir Mathias, hoch konzentriert, mit dem Stock.
Gabriel kommt daher geflogen.
Tim tut es Gabriel gleich und fliegt dem Ende der Stockform entgegen.
Alessia im Schluss-Xubu ihrer 46er-Form.
Die Foto von Benjamin macht den Abschluss bei den JuniorInnen. Er selber war wohl am meisten überrascht, als er den Favoriten vom Wushu-Zentrum Bern in der Kategorie Changquan 2012 schlug. Wir Trainer hatten Benjamin aber auf jeden Fall einen starken Auftritt zugetraut. Er hat Vieles, was einen Wushu-Athleten stark macht. Ein Teil davon sind seine immer noch besser werdenden Sprünge, die auch haltungsmässig - wie auf dem Bild - einfach oft top sind. Beides so wie hier zusammenzubringen, Höhe und Klasse Technik, braucht jahrelanges, intensives Training.
Wir hatten an diesem Turnier auch zwei »Frischlinge« dabei. Einen davon sehen wir auf dem Bild: Elias, der sich hier mit Entschlossenheit durch die 32er-Form kämpft. Das Wichtigste gelang: Die Form ohne grossen Aussetzer hinzukriegen. Das gibt Selbstvertrauen für das nächste Mal.
Schlussgruss. Geschafft!
Matteo war neben Elias der zweite Turnier-Neuling. Auch er bändigte das »Monster« namens Changquan 32.
Auf dem Bild sehen wir den andern Tim (ja, wir haben zwei), dessen fesselnder Blick mich bei dieser Bewegung packte.
Man hat das Gefühl, Mirco sehe da auf seiner rechten Seite etwas wahnsinnig Spannendes. Mag ja sogar sein, aber auf jeden Fall muss er dahin schauen. Das sieht die Form dort so vor. Kinder und JuniorInnen zeigen auf ihrer Stufe stets Pflichtformen.
Philipp, der ungleiche Zwillingsbruder von Matthias, den wir später noch sehen, am Ende des 1. Viertels seiner 32er-Form in Mabu.
Lukas war am Sonntag untröstlich, als er erfuhr, dass er nun doch nicht Dritter geworden war. Mikhail aus St. Petersburg war auf der Startliste bei den Mädchen aufgeführt. Aber da der unzweifelhaft ein Junge war, wurde er kurzerhand noch umgeteilt und nahm in der Jungenkategorie teil. Das war nicht so ohne Weiteres ersichtlich, weshalb wir zuerst dachten, Lukas sei Dritter geworden. Keine Bange, Lukas, wenn du so weiter arbeitest wird deine Zeit schon noch kommen.
Charlie mit einem, der es schon hinter sich hat und einem, der zwar äusserlich ruhig, aber innerlich mit Sicherheit angespannt auf seinen Einsatz wartet.
Matthias, der Bruder von Philipp, macht den Abschluss mit »lianhuazhang«, den Lotusblütenhandflächen. Matthias hatte früher Probleme mit dem memorisieren von Formen und flog an Wettkämpfen auch schon aus der Form. Wir gaben ihm den Tipp, vor dem Einschlafen die Form im Kopf durchzugehen. Und siehe da: Es hat geklappt! Am Sonntag holte er sich hinter zwei russischen Kindern den 3. Platz in der Kategorie Changquan, Kinder B.

Das 1. Qualifikationsturnier zur Schweizermeisterschaft 2017 fand heute Sonntag in Bonstetten statt. Da alle drei Qualiturniere als Open ausgeschrieben sind, ist an jedem Turnier mit ausländischer Beteiligung zu rechnen. Dieses Mal waren ein Team aus St. Petersburg und eines aus Bologna am Start. Vor allem das Team aus St. Petersburg hatte z.T. sehr starke Kinder und auch eine Juniorin dabei, die einige erste Plätze abholten, weshalb gerade in diesem Bereich unsere Ausbeute für einmal nicht sehr gross ausfiel. Zudem fehlten auf unserer Seite regelmässige MedaillensammlerInnen wie Rebecca Beuggert, Mattia Meier und Corina Müller. Nina Hässig und Samara Boxler konnten nicht alle Kategorien bestreiten.

Dazu kommt, dass das Projekt mit dem Intensivtraining unter Leitung von Zhangshuai nun seit fünf Wochen läuft. Da und dort spürte man, dass die Spritzigkeit etwas fehlte und viele Dinge müssen von den AthletInnen noch verarbeitet werden. Dazu kommen anfangs Jahr ja stets auch die Kategorienwechsel (z.B. von den Kindern zu den JuniorInnen mit neuen Formen). Insofern klappte tatsächlich noch nicht alles, aber vieles eben doch!

Da war z.B. Lisa Derendinger: Sie hatte als Mitglied des Nationalkaders die Auflage, in zwei von drei Formen eine C-Note (Schwierigkeitsgrad) von 1.80 (von 2.0) zu erreichen. Das bedeutete, dass sie in diesen beiden Formen höchstens je eine Landung "verhauen" darf. Für ihre Formen hatte sie sich entschieden, neu jeweils einen Drehsprung in Mabu (xuanfengjiao mabu) mit einer Drehung von 540° einzusetzen, ein Sprung, den nicht viele Frauen schaffen (in der Schweiz ist sie schon mal die einzige). Es war ein gewisses Risiko dabei, aber wer heutzutage an einer WM mehr will, als nur teilnehmen, der muss auch den Schwierigkeitsgrad erhöhen können. Der Speer gelang ihr dann nicht optimal, dort ist dieser Sprung aber auch am schwierigsten. Beim Schwert erreichte sie in der C-Note 1.85, d.h. nur die Landung wurde beim Drehsprung nicht gegeben und beim Changquan erhielt sie eine C-Note von 1.55 (d.h. der Sprung mit Landung zählt 0.45). Hätten die Schiedsrichter ihr beides gegeben, hätte sie dort die Höchstnote von 2.0 erreicht. Da man auf einem Video sah, dass die Drehung als auch die Landung gelungen waren und es hier um die WM-Vornomination ging, war es klar, dass wir Rekurs einlegten. Dieser wurde gutgeheissen und Lisa hat die Vorgaben somit geschafft (und wir unsere CHF 150.- wieder)! Interessant am Reglement: Das Klassement wird trotz erfolgreichem Rekurs nicht geändert, d.h. Lisa verbleibt bei ihren 8.58 Punkten, obwohl es nun ja eigentlich 9.03 wären.

Überrascht hat uns - nicht zum ersten Mal - Pascal Dutoit mit seiner Wettkampfstärke. Wie immer er auch trainiert, man kann bei ihm meistens daraus nicht auf den Wettkampf schliessen. Er trat erst in den Kategorien Langwaffen und waffenlos (Changquan) an. Dabei gelang ihm im Changquan ein 2. Platz, nicht zuletzt dank einer makellosen 2.0 in seiner C-Note. Eine weitere grosse Überraschung (also vor allem für Benjamin selber...) waren die Auftritte von Benjamin Müller, welcher zum ersten Mal in der 2012er-Kategorie mit Changquan und Schwert antrat. Dort traf er auf den in der jüngeren Vergangenheit unschlagbar scheinenden Shunni Beutler aus Bern. Mit einer echten Topleistung gelang es Benjamin jedoch, seinen grössten Gegner gleich im ersten Wettkampf 2017 im Changquan zu schlagen. Auch im Schwert, wo man sah, WIE sehr Shunni nun den Sieg wollte, blieb Benjamin nur 0.1 Punkte dahinter. Schön, dieses Duell auf hohem Niveau von zwei sympathischen Athleten zu erleben.

In der Kategorie Junioren B Mädchen musste sich die Seriensiegerin Sheryl Kasper nach langer Zeit wieder einmal schlagen lassen und das gleich drei Mal, aber an den Siegen der russischen Athletin gab es nichts zu rütteln. Trotzdem: Sheryl war - wie immer - überaus solide unterwegs. Hinter ihr kämpften die übrigen Mädchen jeweils um den dritten Platz, wobei vor allem Nina Hässig mit einer herausragenden Schwertform brillierte. Bei den Junioren B (Pflichtformen 1st set bzw. 1989) machte der Abgang von Seriensieger Benjamin Müller das Feld frei für neue Gewinner. Liam Rothenbühler nutzte einmal die Chance beim Changquan hauchdünn.

Die Kinder, vor allem die Jungen, erhielten dieses Jahr starke Konkurrenz, sowohl vom In- als auch vom Ausland. Aber wir sind zuversichtlich, dass das der Entwicklung nur gut tut und es die Kinder zum Schluss besser macht. Zudem haben wir bei den Jungen B gesehen, dass da noch einige starke Jungs nachkommen. Wir lassen hier mal den Namen Matthias Tschannen fallen, der heute mit einem dritten Platz (hinter zwei Russen) ein Stück weit zeigen konnte, was in ihm steckt.

Ich freue mich nun auf die nächsten beiden Monate Training mit Zhangshuai, in der sie kein Turnier mehr vorzubereiten hat, sondern die Perspektive mehr auf die zweite Jahreshälfte mit der Weltmeisterschaft in Kazan, Russland und der Schweizermeisterschaft legen kann. Wir hoffen, insbesondere die Kinder hätten nun wieder einmal live, am Beispiel der russischen TeilnehmerInnen, gesehen, warum Zhangshuai so viel Zeit auf die Grundschule verwendet. Es ist und bleibt das A und O.

Wir haben heute auf Michi Totzke verzichten müssen, da er sich (natürlich zusammen mit Babs) eine Woche Ferien in Spanien gönnt (wobei er heute wohl relativ intensiv am Handy hing...). Conny Rothenbühler hat deshalb Charlie, der den ganzen Tag über ununterbrochen im Einsatz stand, tatkräftig unterstützt. Diesen beiden vielen Dank für ihren Einsatz.

Ab morgen geht es weiter mit Zhangshuai. Nutzt die Zeit! Jiayou!

Die offizielle Rangliste findet sich wie immer auf www.swisswushu.chIn Kategorien mit acht und mehr Teilnehmenden führen wir alle unsere Plätze bis zum Ranglistenfünften auf; bei kleineren Kategorien sind alle Medaillenränge genannt:

Rangliste 1. QT 2017 von swisswushu in Bonstetten
Kategorie freie Formen mit PflichtbewegungenResultat
Waffenlose Frauen/Männer3. Lisa Derendinger
4. Pascal Dutoit
Langwaffen Frauen/Männer2. Pascal Dutoit
Kurzwaffen Frauen/Männer3. Lisa Derendinger
Kategorie PflichtformenResultat
Waffenlose Junioren (Form 2012)1. Benjamin Müller
Kurzwaffen Junioren (Form 2012)2. Benjamin Müller
Waffenlose Juniorinnen (Form 1989)2. Sheryl Kasper
3. Nina Hässig
Waffenlose Junioren (Form 1989)1. Liam Rothenbühler
4. Jan Rothenbühler
5. Michael Brodmann
Langwaffen Juniorinnen (Form 1989)2. Sheryl Kasper
3. Samara Boxler
Langwaffen Junioren (Form 1989)2. Liam Rothenbühler
Kurzwaffen Juniorinnen (Form 1989)2. Sheryl Kasper
3. Nina Hässig
Kurzwaffen Junioren (Form 1989)2. Liam Rothenbühler
Waffenlose Juniorinnen (46er-Form)2. Alessia Del Mistro
3. Eileen Bréguet
Waffenlose Junioren (46er-Form)1. Michael Brodmann
3. Tim Hässig
4. Gabriel Meier
5. Linus Grillo
Waffenlose Kinder (32er-Form) A, Mädchen3. Eileen Bréguet
Waffenlose Kinder (32er-Form) A, Jungen4. Tim Hässig
Waffenlose Kinder (32er-Form) B, Jungen3. Matthias Tschannen
Säbel Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen4. Gabriel Meier
5. Tim Hässig
Schwert Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen2. Lukas Niklaus
Stock Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen3. Gabriel Meier
4. Tim Hässig

Auf dem Bild sehen wir den andern Tim (ja, wir haben zwei), dessen fesselnder Blick mich bei dieser Bewegung packte.