Das 2. Qualifikationsturnier von swisswushu fand heute in Baar in einer tollen Halle statt. Nicht dabei waren sämtliche A-JuniorInnen der Schweiz, da sie entweder verletzt oder krank gemeldet waren. Diese Kategorien der JuniorInnen fanden deshalb gar nicht erst statt. Leider fanden auch die Schiedsrichter nur auf Sparfeuer statt (nicht leistungsmässig!), fehlten doch diverse SchiedsrichterInnen. Da wir dieses Jahr bereits von Anfang an gering besetzt waren, hiess das heute: Mit zwei Ausnahmen standen heute alle Schiedsrichter den ganzen Tag im Einsatz! Konkret bedeutete dies, dass jeder Schiedsrichter sechs Stunden im Einsatz war. Auch wenn diese es meiner Ansicht nach schafften, jeweils die richtigen drei aufs Podest zu schicken, so kann dies einfach kein Dauerzustand sein. So schlimm war es schon lange nicht mehr. Dass es auch anders geht, wissen all diejenigen, welche länger dabei sind. Ich hoffe, die Situation ändert sich nicht erst, wenn einmal ein Turnier mangels Schiedsrichter abgesagt werden muss.
Nun aber zu den Resultaten: Glänzend unterwegs waren erneut die eben erst von der EM in Moskau zurückgekehrten Medaillengewinner Sheryl Kasper und Benjamin Müller. Sie holten in ihren drei Kategorien jeweils und in der Regel mit grossem Abstand den Sieg. Bereits im Bericht zum 1. QT vom März habe ich auf das Krafttraining von Jehmsei, dem Trainer unserer Talentgruppen, hingewiesen. Dieses trägt immer deutlicher Früchte. Wenn man sieht, mit welcher Souplesse Sheryl ihren Speer, den in dieser Dicke normalerweise Männer auswählen, herumwirbelt, dann ist das schon beeindruckend.
In diesen Juniorenkategorien haben sich aber im Soge unserer stärksten AthletInnen auch andere enorm gesteigert. Ebenfalls im Speer zeigte z.B. Samara Boxler, dass Beharrlichkeit und Fleiss sich auszahlen. Sie gehört damit zu einer ganzen Gruppe von AthletInnen, welche sich in den letzten Jahren langsam und kontinuierlich verbessert und Rang um Rang nach vorne geschoben haben. Letztlich hat auch Benjamin, der mittlerweile Seriensieger ist, nicht gleich mit ersten Plätzen begonnen. Auch er musste sich den Erfolg hart erarbeiten. Und dahinter ist bereits die nächste Generation hart am "pickle", Mattia, Michi, Tim, Corina, Alessia, Nina und und und.
Liam ist für mich auch so ein Beispiel. Er "schwamm" über einige Jahre einfach mal bei den Kindern mit. Dann kamen die Sprünge dazu und wir dachten, ui, der springt ja extrem gut. Danach warfen wir ein erstes Auge auf ihn und beförderten ihn dann später in die Talentgruppe. Dort musste er nach und nach verstehen, dass Sprungkraft im modernen Wushu zwar unabdingbar ist, aber eben auch nicht alles. Bei ihm hat man heute gesehen, dass er von Wettkampf zu Wettkampf besser versteht, was wir Trainer damit meinen. All die Korrekturen, die wir den SchülerInnen geben, scheinen oft sehr einfach begreifbar zu sein, aber ebenso oft entpuppen sie sich als schwierig in der Umsetzung. Dabei müssen auch wir Trainer beharrlich bleiben, und nicht verzweifeln, wenn Korrekturen auch nach zehn Mal noch nicht umgesetzt werden. Jaja, das kommt vor.
Bei den ganz kleinen Jungen, den Jungen B, einer Kategorie, die es dieses Jahr zum ersten Mal gibt, haben wir noch etwas Rückstand, weil unsere Kinder in dieser Kategorie 2016 zum ersten Mal Wettkämpfe bestreiten, während Kinder von andern Schulen wenigstens z.T. bereits längere Wettkampferfahrung haben (sie begannen in den Vorjahren bei den grösseren Jungs). Aber auch dort sehen wir, dass das beharrliche Training erste Früchte trägt. Die Geduld bringt es, die Geduld auf allen Seiten, von Athletenseite, von den Eltern und von den Trainern. Bis Sheryl und Benjamin da waren, wo sie jetzt sind, vergingen rund acht bzw. neun Jahre.
In dem Sinne gratuliere ich allen, die es heute geschafft haben, für ihre Beharrlichkeit und ihren Fleiss, belohnt zu werden. Es sind solche Tage, die uns alle anspornen und Kraft geben, ab Montag wieder Gas zu geben. Denen, die es heute noch nicht geschafft haben, wünsche ich den Willen, dran zu bleiben und hart zu arbeiten. Der Lohn, in welcher Form auch immer, wird sich einstellen.
Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für den erfolgreichen Tag und die bereichernden Begegnungen.
Hinweise: Das nächste Turnier findet als zweitägiges Turnier in Bern statt und zwar am 3./4. September. Jiayou! Leider konnte ich infolge des ganztägigen Schiedsrichterengagements nur gerade eine einzige Kategorie fotografieren.
Die offizielle Rangliste findet sich wie immer auf www.swisswushu.ch. In Kategorien mit acht und mehr Teilnehmenden führen wir alle unsere Plätze bis zum Ranglistenfünften auf; bei kleineren Kategorien sind alle Medaillenränge genannt:
Rangliste 2. QT 2016 von swisswushu in Baar | |
Kategorie Pflichtformen | Resultat |
Waffenlose Juniorinnen (Form 1989) | 1. Sheryl Kasper 2. Nina Hässig 3. Samara Boxler |
Waffenlose Junioren (Form 1989) | 1. Benjamin Müller 2. Liam Rothenbühler 5. Jan Rothenbühler |
Langwaffen Juniorinnen (Form 1989) | 1. Sheryl Kasper 2. Samara Boxler |
Langwaffen Junioren (Form 1989) | 1. Benjamin Müller 3. Liam Rothenbühler |
Kurzwaffen Juniorinnen (Form 1989) | 1. Sheryl Kasper 2. Nina Hässig 3. Samara Boxler |
Kurzwaffen Junioren (Form 1989) | 1. Benjamin Müller 3. Liam Rothenbühler |
Waffenlose Juniorinnen (46er-Form) | 1. Nina Hässig |
Waffenlose Junioren (46er-Form) | 1. Mattia Meier 2. Liam Rothenbühler 3. Tim Hässig 4. Michael Brodmann 5. Auro Bianco |
Waffenlose Kinder (32er-Form) A, Mädchen | 3. Alessia Del Mistro |
Waffenlose Kinder (32er-Form) A, Jungen | 1. Michael Brodmann 2. Mattia Meier 3. Tim Hässig 4. Auro Bianco |
Waffenlose Kinder (32er-Form) B, Jungen | 4. Lukas Niklaus 5. Aleksandr Kontulov-Volkov |
Säbel Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen | 2. Tim Hässig 3. Gabriel Meier |
Schwert Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen | 2. Michael Brodmann 3. Auro Bianco |
Stock Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen | 1. Mattia Meier |
Speer Kinder (32er-Form), Mädchen/Jungen | 2. Auro Bianco 3. Alessia del Mistro |