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Die atemberaubenden Reisterrassen von Yuanyang

Momente, in denen es einem Menschen den Atem verschlagen kann!

Am Montag auf dem Weg von Xinjie, dem Hauptort auf dem Berg, kamen wir an den Reisterrassen von Malizhai vorbei. Hier mussten wir einfach stoppen.
So kann ein Sonnenaufgang in Duoyishu ablaufen. Pech gehabt. Ich erlebte vor Jahren einmal Nebel, bei dem man rein gar nichts sah. Aber eben, ich hatte mir natürlich mehr erhofft.
Dann ging es noch am selben Abend zum klassischen Sonnenuntergangsgebiet von Laohuzui. Leider war ich auch dort nur mässig erfolgreich.
Der nächste Morgen in Duoyishu war dann bereits erfolgreicher. Im Bild sind die Reisterrassen rund 30 Minuten vor dem Sonnenaufgang, also noch voll in der «blauen Stunde», zu sehen. Das sieht man dem Bild auch an.
Dann, die ersten Sonnenstrahlen, welche aus den Wolken durchdrückten.
Ein klassischer Sonnenaufgang wurde es nicht, aber immerhin, etwas goldenes Licht war mir vergönnt.
Das «Problem» ist hier sichtbar: Rechts im Bild, in Ansätzen erkennbar, der höchste Berg der Region, der fast 3000 Meter hoch ist. Um seinen Gipfel hielten sich hartnäckige Wolken.
Hier sehen wir die kleine Pension von Jacky, meinem Reiseführer auf den beiden Wanderungen durch die Reisterrassen.
Seine Pension steht direkt am Rand der Terrassen von Duoyishu. Das ist die Aussicht von seiner Dachterrasse.
Den Platz in den Dörfern teilen sich die Menschen mit Schweinen, Hühnern, Enten, Wasserbüffeln usw. Es ist ein überaus symbiotisches Leben, das sie dort noch führen.
Wir kamen im Dorf an dieser Szenerie vorbei: Ein Haus wird abgerissen und - nicht ungewöhnlich - tragen die Frauen die schwersten Lasten. Auch aufgefallen ist mir der Mann im Hintergrund, welcher gerade an seinem wasserpfeifen-ähnlichen Ding zieht.
Dann ging es in die Reisterrassen, wo wir immer wieder sahen, wie die Bauern mit ihren Wasserbüffeln durch die Reisfelder pflügten. Die Felder werden offenbar zwei Mal umgepflügt, einmal jetzt, nach der Ernte und dann nochmals vor der Aussaat.
Auf unserer Wanderung ging es dann auch hoch über diese Treppe.
Jianyuan und Yutao, genannt Jacky, auf der Wanderung. Jianyuan, die wir zum Mitkommen überredet hatten, fand, so schön, wie bei ihrer 1. Wanderung, sei es noch nie gewesen (und sie war schon oft hier). Am nächsten Tag kam sie aber nicht mehr mit. Sie brauchte «Xiuxi», Pause.
Unglaublich vielfältig ist auch die Pflanzenwelt in Yuanyang (wie überhaupt in Yunnan).
Wenn man diesen Bauern einen Moment lang zusieht, versteht man, warum auch hier nicht alle Jungen diese Arbeit weiterführen wollen.
Dieser Schmetterling gefiel mir von oben...
...als auch von unten.
Etwas weiter oben sahen wir diese wilden Bananen.
Stets beeindruckend auch, wie eng die Häuser in all diesen kleinen Dörfern standen. Malerisch, aber leider oft nur von Weitem.
Unsere Wanderung endete in diesem Dorf, dessen Häuser noch die typischen Pilzdächer tragen.
Dieser Unterstand erinnerte mich irgendwie an die Hutongs in Beijing, wo ich ebenfalls draussen hängende Kleider aufnehmen konnte. Hier kam jetzt noch der Mais dazu.

Eine rund sechs Stunden dauernde Fahrt führte uns, meine Fahrerin Chen Jingyuan am Montag von Kunming in den Süden zu den Reisterrassen von Yuanyang. Bevor wir aber dort dann auf ca. 1800 Meter über Meer stiegen, fanden wir uns im Tal unten (nur gut 200 Meter über Meer) bei weit über 30 Grad wieder. Dort kauften wir uns u.a. eine Ananas, die unfassbar süss und voll im Geschmack war. Schade gibt es das bei uns nicht. Danach fuhren wir hoch ins Dorf Shengcun, wo wir im Yunti (was soviel wie «Leiter in die Wolken» oder eben bei uns «Himmelsleiter») Hotel nächtigten. Über das ganze Gebiet verteilt, gibt es zahlreiche kleine Dörfer, die sich jeweils am Rand der Reisterrassen befinden. Die Reisterrassen von Yuanyang wurden 2013 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Die bekanntesten Reisterrassen sind diejenigen von Duoyishu, Bada und Laohuzui. An sich ist jetzt nicht die beste Reisezeit, weil die Ernte eben erst zu Ende gegangen ist und die Felder für die nächste Aussaat vorbereitet werden. Ab Mitte November sind die Felder dann alle umgepflügt und voll mit Wasser gefüllt. Dieses Aussehen behalten die Terrassen dann bis ca. Mitte April. Das ist auch die Hauptreisezeit in dieses Gebiet. Sollten wir eine Reise hierhin organisieren, würden wir wohl Ende März hier vorbeikommen.

Yuanyang ist ca. 2200 km2 gross und soll noch nicht ganz 400'000 Einwohner haben. Hiervon sind eine überwiegende Mehrheit Angehörige einer Minderheit, wobei die Hani die mit Abstand grösste Gruppe bilden.

Am 1. Morgen, also am 18.10. versuchte ich mich am Sonnenaufgang bei Duoyishu, in dessen Nähe das Hotel liegt. Leider war ich nicht erfolgreich. Am Abend ging es zum Sonnenuntergang in Laohuzui (=Tigermaul), wo ich ebenfalls nur mässig erfolgreich war. Am nächsten Morgen gelangen mir dann in Duoyishu bereits bessere Bilder.

Am 18.10. machte ich, wohlwissend, dass sich solche Gegenden in der Regel erst zu Fuss richtig erschliessen lassen, eine erste Wanderung. Sie begann im Gebiet von Duoyishu und führte zum Teil direkt durch die Reisterrassen. Als Führer wurde mir ein Chen Yutao, genannt Jacky, vermittelt. Er sprach gut Englisch und ist ein «Bendiren», also einer von hier. Er führt in Duoyishu selber eine Pension. Es war überaus spannend, mit ihm durch die Gegend zu ziehen. Er kennt diese wie seine Hosentasche und hält überall einen Schwatz mit den Einheimischen. Er erzählte mir unter Anderem, dass man in der Regel am tiefsten Punkt mit Aussähen beginnt und sich dann noch oben arbeitet. Genauso laufe dann auch die Ernte ab. Das Mikroklima sei von Geländekammer zu Geländekammer verschieden. In Laohuzui z.B. schaffe man als einzigem Ort hier sogar zwei Ernten pro Jahr.

So, vorerst mal bis hierher. Jetzt sind die Fotos dran.

 

 

Ein klassischer Sonnenaufgang wurde es nicht, aber immerhin, etwas goldenes Licht war mir vergönnt.