Wushu Akademie Schweiz
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Einmalige Show anlässlich der Schweizer Meisterschaft 2017 in Oberentfelden

Grossartige Werbung für Wushu und Taijiquan

Alles ist angerichtet. Gleich geht es los und 93 Vorführende präsentieren sich.
Die Taijiquan-Gruppe mit 40 Leuten lief zuerst los. Danach kam Bea mit dem Doppelspeer und die Gruppe mit den freien Rädern.
Fast zuletzt kamen die Kinder mit drei alten Männern im Schlepptau, wovon einer im Bild zu sehen ist. Es war ein beeindruckender Auftakt, gerade auch, weil man hier in der Schweiz mit ihren wenigen und eher kleinen Wushu-Schulen selten so viele Trainierende auf einmal zu Gesicht bekommt.
Nach der Eröffnung zeigten Kinder verschiedener Stufen ihr Können. Hier die Kindergruppe auf der Schwelle zum Juniorenalter mit der 46er-Form. Die Augen von Elias verraten, wer der Chef der Gruppe ist.
Danach betraten die ältesten JuniorInnen zusammen mit der Elite gemeinsam die Bühne.
Kevin und Pascal, zwei sprunggewaltige Athleten, bei einem wunderbar synchronen erqi jiao.
In der gleichen Nummer verschafften ihnen unsere jungen Athletinnen mit einer herrlich choreografierten Schwertnummer etwas Luft für die nächsten Sprünge.
Und schon segelten die beiden wieder durch die Luft: Pascal mit einem Butterfly mit Schraube und bei Kevin war es irgendein Überschlag. Auf jeden Fall beides sehr spektakulär und wiederum schön synchron.
Die erste Nummer der Taijiquan-Gruppe: Gezeigt wurde ein Ausschnitt aus der 24er-Form. Sehr schön zu sehen ist auf dem Bild, wie gut die Halle wiederum gefüllt war.
Taijiquan 24
Taijiquan 24
Taijiquan 24
Sandro und Jan bei ihrem Partnerkampf Sanjiegun gegen Gun. Gelernt haben sie diesen Ablauf von Lehrer Yu aus Shanghai, der uns seit 1997 jedes Jahr besucht und Seminare abhält.
Sandro und Jan bei ihrem Partnerkampf Sanjiegun gegen Gun.
Geschafft! Die Anspannung legt sich...langsam.
Nochmals die Kinder, welche an der Show wirklich super gearbeitet haben.
Sie kann es halt immer noch: Bea mit ihren Shuang Gou (Doppelhaken)! Wir alle haben uns so für sie gefreut, kam sie doch wirklich nur wenig zum Trainieren.
Ein Lächeln deutet die Erleichterung von Bea zum Schluss ihrer Form an.
Die zweite Nummer der Taijiquan-Gruppe war eine Chenstil-Schwertform. Von daher waren nicht alle Bewegungen nur langsam, sondern die ganze Form war durchsetzt mit sogenannten Fajin-Bewegungen (Fajin = explosionsartiger Krafteinsatz).
Chenstil Schwert mit 57 Bewegungen.
Chenstil Schwert mit 57 Bewegungen.
Chenstil Schwert mit 57 Bewegungen: Schöne Stilstudie von Sibylle, die seit vielen Jahren bei uns trainiert. Sie verbrachte einst ein Jahr in China für Sprache, Training und Reisen.
Die nächste Gruppe von JuniorInnen zeigte Changquan 89.
Dieser junge Mann, Patrick, war zum ersten Mal an einer Show, obwohl wir ihn schon mehr als einmal dazu motivieren wollten. Denn er trainiert wirklich vorbildlich und gehört einfach vors Publikum. Wir hoffen, es habe ihm so gut gefallen, dass wir ihn das nächste Mal wieder im Rampenlicht sehen. Auf dem Bild sehen wir ihn als Teil einer Sanjiegun-Gruppe (Dreigliederstock).
Sanjiegun (Dreigliederstock)
Sanjiegun (Dreigliederstock)
Hier rennen die Kinder zu ihrer letzten Vorführung.
Die Altersspanne in dieser Gruppe war enorm: Der Jüngste gerade erst einen Tag vor der Show sieben Jahre alt geworden, der Älteste bald 14. Aber wir wollten alle gemeinsam etwas zeigen lassen, d.h. die Älteren, welche vorne und aussen führen und die Jüngeren, quasi behütet eher im Zentrum. Sie haben sich den riesigen Applaus mit ihrer unermüdlichen Arbeit seit Mitte August (!) redlich verdient.
Der Schluss gehörte alleine unseren drei Talentgruppen. Es begannen die Kleinsten, einige im Wettkampf noch auf Kinderstufe unterwegs, die andern im ersten Jahr als JuniorIn.
Nahtlos übernahmen danach die Älteren. In so einer Vorführung kann man auch mal Unkonventionelles machen, ohne Druck von Noten. Die Gruppe hat das voll ausgekostet. Die Nummer ist ihnen super gelungen.
Pascal bereitet sich au seinen Marathon vor (mit dem roten Gwändli).
Seine Aufgabe war es, die ganze Gruppe mit freien Rädern zu umrunden.
Die freien Räder musste er alle ohne Anlauf, also quasi aus dem Stand springen. Das kann nur, wer zum einen viel Kraft besitzt und zum andern das freie Rad wirklich beherrscht.
Aber nach der Runde freier Räder musste auch er dann einmal tief Luft holen. Es war der Schlusspunkt unserer Show.
Es folgte noch das Schlussbild, bei dem wir den Kindern anlässlich der Hauptprobe eingetrichtert haben, dass wir mal eines möchten, ohne dass die Kleinsten in alle Richtung gucken. Hat nicht schlecht geklappt.
The End

Feichang ganxie nimen...vielen herzlichen Dank allen Teilnehmenden der Show! Ihr wart super!

In einer Schule wie der unseren, mit all ihren Kursen zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten, ist das Zusammenfinden aller ein seltener Moment. Umso mehr freuen wir uns stets, wenn es wieder mal heisst: Show! Denn dies ist einer der raren Momente, in denen wir zusammenkommen und mal jedes Einzelne ein bisschen die Dimension des Ganzen sieht. Zudem sieht man gegenseitig, was die andern eigentlich so machen. Das gibt immer eine besondere Stimmung und schnell hat man sich gefunden, schaut füreinander und unterstützt sich.

Bei uns waren es in diesem Jahr nicht nur im Taijiquan sondern auch im Wushu viele, die noch nie an einer solchen Vorführung waren. Entsprechend mussten wir das Ganze aufbauen. Gerade bei den Kindernnummern, mit ihrer grossen Alterspanne von ca. sieben Jahren, war klar, dass wir früh beginnen mussten. Gleich nach der Sommerferien starteten wir deshalb mit diesem Projekt und schafften es zum Schluss auf den Punkt. Im Taijiquan hatten wir den Vorteil, dass das, was wir im Unterricht üben, gleich auch zum Programm der Show wurde. Da war der Aufwand etwas weniger gross, aber selbst da mussten der Ein- und Ausmarsch geübt und zudem sichergestellt werden, dass gleiche Bewegungen auch möglichst gleich ausgeführt werden.

Die beiden älteren Talentgruppen haben unter der Leitung von Lisa Derendinger, aber auch mit viel Eigeninitiative, ihre Nummern weitgehend selber zusammengestellt. Es war so etwas wie eine Reifeprüfung für diese Gruppen. Lisa musste es letztlich auch ohne Jehmsei schaffen, der das sonst in der Vergangenheit immer übernommen hat. Aber von Hamburg aus war Unterstützung nicht gut möglich. Zum Schluss haben sie es selber hingekriegt und es hat super ausgesehen. Vielen Dank an diese Gruppen, die zeitweise dann sogar ohne Lisa auskommen mussten, da sie in den letzten 14 Tagen an einer Angina litt. Ein spezieller Dank geht aber an Lisa persönlich. Eure Nummern waren toll.

Wir führen stets eine Hauptprobe durch, welche immer am Freitagabend vor dem Wettkampf stattfindet. Da sieht man zum ersten Mal alle Bestandteile und hofft, das Puzzle setze sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Mit der Unterstützung aller bewährten Kräfte in unserer Schule haben wir das hingekriegt und offenbar an den richtigen Schräubchen gedreht.

Ein schöner Nebeneffekt der Show: Die Leute vom Taijiquan haben gesehen, dass es in den Wettkämpfen von swisswushu auch Taijiquan gibt, sogar die 24er-Form. Ich wurde tatsächlich gefragt, ob man da mal teilnehmen kann. Die Antwort ist laut und deutlich: Aber selbstverständlich. Mit Sandra, welche seit vielen Jahren in Unterentfelden trainiert und unterrichtet, hätten wir auch jemanden, der selber auf eine sehr erfolgreiche Taijiquan-Wettkampfkarriere zurückblicken und sicherlich wertvolle Tipps geben kann. Also: Wer will, soll sich melden. Das nächste Turnier ist im März 2018.

Das Bonmot zum Schluss lieferte dann noch Samara (16) aus dem Wushu: Sie sagte, dass sie tief beeindruckt gewesen sei, wie die Leute vom Taijiquan in ihrem Alter alle das Bein so lange auf Hüfthöhe halten könnten. Sie müssten das im Wushu ja auch können (im Changquan), aber das schafften nicht alle und setzte dabei ihr breitestes Lachen auf. Dieses Kompliment gebe ich hiermit offiziell und gerne an die Taijiquan-Gruppe weiter.

Für unsere Leute vom Wushu noch soviel: Der älteste Taijiquan-Teilnehmer an der Show war 77 Jahre alt.

Der Jüngste im Wushu war übrigens 7 (11.11.!). Passt doch!

PS: Mein Dank für die tollen Bilder geht an Gerry Frei von Digital-Fotografie Frei aus Schöftland.

Taijiquan 24