Es kommt vor, dass wir Shanghai auf einer Reise auslassen (so, wie dieses Mal), nicht aber Beijing. Für Erst-Chinareisende ist diese Stadt ein Muss, zu viel Geschichte ist da drin. Wir besuchen in aller Regel die Verbotene Stadt, den Jinshang-Park (mit toller Aussicht auf die Verbotene Stadt) und den Himmelstempel sowie - natürlich - die Grosse Mauer. Am ersten Tag in Beijing stand nun aber ein freier Tag an, in dem ab dem Frühstück rein gar nichts mehr organisiert war, d.h. die Teilnehmenden waren auf sich alleine gestellt und sie haben das entsprechend genossen. Der zweite Tag führte uns dann zu den Sehenswürdigkeiten, von denen ich hier nur wenige Bilder poste u.a. auch deshalb, weil ich am freien Tag jeweils einkaufen gehe (Schuhe, Kurz- und Langwaffen für unsere Wushu-Schule).
Beijing wörtlich übersetzt bedeutet so viel wie "nördliche Hauptstadt". Hm, gibt es denn auch eine südliche Hauptstadt? Ja bzw. es gab sie mit Nanjing (nan = Süden). Seit 1271 war Bejing mit Wechseln die Hauptstadt des Reichs. Dabei wurde Beijing 2x von Nanjing für eine gewisse Zeit als Hauptstadt abgelöst. Das hatte in der Regel mit kriegerischen Auseinandersetzungen zu tun. Die Region um Hangzhou, Suzhou und Nanjing war die Kornkammer des Reichs und es überrascht nicht, dass der 1800 km lange, künstlich angelegte Kaiserkanal, von dort ins Zentrum von Beijing führte. Damit gab es eine direkte Handelsroute vom Süden in die Hauptstadt, um insbesondere Reis, aber natürlich auch viele andere Waren zu transportieren. Das Ende des Kaiserkanals lag in Shichahai (Wushu-Adepten ist dieser Ort nicht unbekannt, denn dort trainiert das legendäre Beijing-Wushu-Team; Jet Li bzw. Li Lian Jie trainierte jahrelang dort).
Nachdem wir wieder einmal drei Tage im selben Hotel nächtigten, ging es zum Schluss zum letzten Highlight dieser Reise: Der Grossen Mauer bei Jinshanling.