...Taijiquan (auch "Tai Chi" genannt)?


Chen-Stil Taijiquan, der ursprüng-
lichste aller Taijiquan-Stile

Taijiquan ist ein sogenannt innerer Stil des Wushu (siehe dort). Damit ist gleichzeitig gesagt, dass Taijiquan weit mehr ist, als einfach nur eine asiatische Bewegungs-gymnastik. Seine Wurzeln liegen in der Kampfkunst und die ausgeführten Bewegungen erinnern auch an diesen Umstand.

Über die eigentliche Entstehung von Taijiquan sind gesicherte Fakten nur spärlich vorhanden. So haben auch heute noch Legenden und Halbwahrheiten rund um das Taijiquan Hochkonjunktur.

Für den Laien macht dies die Sache nicht ganz einfach. Immerhin gibt es aber doch auch einige gesicherte Erkenntnisse. Heute gibt es nebst vielen Familienstilen vor allem 5 sehr bekannte Taijiquan-Stile:

  • Yang
  • Chen
  • Wu (neu)
  • Sun
  • Wu (alt)

Taijiquan ist die grösste Familie der sogenannten inneren Stilarten, derjenigen Stilarten, die nach aussen nicht so spektakulär sind wie z.B. die äusseren Stilarten, welche sich aus dem Kloster Shaolin ableiten. Innere Stilart wird es auch darum genannt, weil es eben nicht um "höher", "schneller" und "stärker" geht, sondern um die Pflege von inneren Werten, die letztendlich zu Ausgeglichenheit, Entspannung, Gelassenheit und Ruhe führen können. Trotzdem wird auch die Physis weit mehr trainiert, als ein erster Augenschein im Training vermuten lassen würde. Zur speziellen Konzeption von Taijiquan verweisen wir auf diese Seite.

Der Chen-Stil ist der ursprünglichste aller Taijiquan-Stile und hat eine Geschichte von wahrscheinlich weit über 300 Jahren. Man sieht diesem Stil auch heute noch an, wie sehr er zu Beginn noch dem Kampf und der Selbstverteidigung gedient haben muss. Alle andern grossen Stile lassen sich direkt oder indirekt aus diesem Stil ableiten. Er stellt auch heute noch die grössten Anforderungen an die Physis.

Der bekannteste Taijiquan-Stil ist aber heute der Yang-Stil. Dieser Stil wurde im 19. Jahrhundert von Yang Luchan gegründet. Sein Enkel Yang Chengfu gab diesem Stil anfangs des letzten Jahrhunderts sein heutiges Gepräge. Dieser Stil beinhaltet ausschliesslich langsame und fliessende Bewegungen, welche es Menschen jeglichen Alters ermöglichen, Taijiquan zu trainieren.

Die neueren Formen, welche nach der Gründung der Volksrepublik China entwickelt worden sind, basieren meist auf dem Yang-Stil, so etwa die Formen mit 24 (veröffentlicht 1956) und 88 Teilen, aber auch die Form mit 48 Teilen, selbst wenn sich darin auch Elemente anderer Stile finden lassen.

Die Wushu Akademie Schweiz unterrichtet Taijiquan vorwiegend an Erwachsene. Basis für alle bietet dabei die bereits vorher erwähnte Form mit 24 Teilen. Danach ist man frei, weitere Formen zu erlernen: So in etwa die Form mit 48 oder 88 Teilen. Wer dann ein etwas lebhafteres Taijiquan sucht, kann mit Chen-Stil beginnen und dort vorerst die Grundform mit 36 Teilen und danach die Form mit 56 Teilen.

Daneben grossen Stellenwert haben aber auch die Waffenformen, insbesondere das Schwert, wo wir die Form mit 32 Teilen und die Form mit 42 Teilen anbieten. Später kann bei Interesse auch eine Säbelform und eine Chen-Stil Schwertform gelernt werden.

Da die wenigsten Leute wissen, was Taijiquan ist, empfehlen wir auch hier zuerst Schnupper-trainings zu besuchen. Einen ersten Eindruck vermag auch unsere Bildergalerie zu vermitteln.

 
 
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